Mercedes-Benz V-Klasse - schwaches Konzept
 Die V-Klasse von Mercedes ist in ihrer ersten Auflage ein erschreckendes Beispiel dafür, dass Dinge, die auf dem Reisbrett klug wirken, sich nicht immer auch nahtlos in die Realität übertragen lassen. So mag es theoretisch sicherlich viel Sinn geben, vom Transporter Vito, der ja ausreichend Platz auf einer grundsoliden Plattform bietet, einen familientauglichen Van ableiten zu wollen – im Falle der Mercedes V-Klasse ist das Experiment jedoch auffallend gründlich gescheitert.
 Der Mercedes der V-Klasse wirkt von innen wie ein Klein-Transporter, der vom Ambiente her betrachtet höchstens die Hälfte der bisweilen schier obszönen Preis kosten dürfte. Das können eigentlich alle Mitbewerber besser.
Die Sitzposition hinter dem entschieden zu LKW-mäßig stehenden Lenkrad ist zwar hoch, sorgt jedoch nicht für Übersicht. Hinzu kommen zum Teil schlecht gewählte Motoren. Der V230 als Benziner ist hoffnungslos unterdimensioniert, wirkt angestrengt und ist obendrein akustisch nur unzureichend gedämmt – in dieser Fahrzeugklasse eine Beleidigung.
Der kleine Diesel braucht realistisch satte 20 Sekunden auf 100, was für einen Wagen dieser Klasse untragbar ist – ein Fahrzeug dieser Größe ohne ausreichende Leistungsreserven ist auf heutigen Strassen schon beinahe Verantwortungslos. Die anderen Modelle sind entweder teuer in der Anschaffung oder im Unterhalt oder – im Falle des Mercedes V280 – sogar beides.
Alles in Allem empfiehlt sich der Mercedes V dadurch nicht unbedingt – schon gar nicht zu den geforderten Summen.
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